Vorträge 2024

Mittwoch 12. Juni 2024, St. Gallen (CH)

Mädchen und Knaben – von Natur aus anders?

Was sagt die Entwicklungspädiatrie und Genderforschung dazu?

Referenten
Prof. Dr. med. Oskar Jenni
(Entwicklungspädiatrie, Universitäts-Kinderspital Zürich)
Anika Butters, lic. phil.
(Marie-Meierhofer-Institut Zürich)

Eine Vortragsreihe unter dem Patronat der Vereinigung Ostschweizer Kinderärzte und des Ostschweizer Kinderspitals. Weitere Details entnehmen Sie bitte dem beiliegenden Flyer. Die Vortragsreihe ist öffentlich, kostenlos und ohne Voranmeldung zu besuchen.

Mittwoch, 12. Juni 2024, 18.30 – 20.30 UHR
Fachhochschule St. Gallen, Rosenbergstrasse 59 (beim Bahnhof St. Gallen)

Begleitbrief Pädiatrie Schule Gesellschaft 12-6-2024

Mädchen und Knaben – Was sagt die Entwicklungspädiatrie dazu (Flyer 12.6.2024)


5. September 2024, GEW Frankfurt

Die pädagogische Wende

Über die notwendige Besinnung auf das Erziehen und Unterrichten

Vortrag Prof. Dr. phil. Ralf Lankau

Die Ergebnisse des IQB-Bildungstrend 2022 wie der jüngsten Pisa-Studie sind für das deutsche Bildungssystem, vor allem aber für die Zukunft junger Menschen, verheerend. Diese Negativrekorde – deutsche Schülerinnen und Schüler haben bei Pisa 2022 so schlecht abgeschnitten wie noch nie­ – sind keine Momentaufnahme, sondern eine leider stabile Tendenz aller Leistungsvergleiche seit 2012. Ein Grund ist die Fixierung auf Digitaltechnik statt Pädagogik.

Die UNESCO hat den Einsatz von Digitaltechnik in Schulen weltweit untersucht und die Ergebnisse mit dem Bericht „2023 Global Education Monitor“ vorgelegt. Das Ergebnis: Bei aktuellen IT-Konzepte für Bildungseinrichtungen stehen nicht das Lernen und der pädagogische Nutzen im Mittelpunkt, sondern wirtschaftliche Interessen der IT-Anbieter. Das Karolinska-Institut (Schweden) hat in seiner „Stellungnahme zur nationalen Digitalisierungsstrategie in der Bildung“ klar formuliert, dass die Annahme, dass die Digitalisierung die von der schwedischen Bildungsbehörde erwarteten positiven Effekte haben werde, nicht evidenzbasiert sei, d.h. nicht auf wissen­schaftlichen Erkenntnissen beruhe. Schweden lässt die Tablets einsammeln, druckt und verteilt wieder Schulbücher.

Mattias Tesfaye, sozialdemokratischer Minister für Kinder und Bildung in Dänemark, hat sich in einem Interview dafür entschuldigt, dass die dänische Regierung Kinder und Jugendlichen zu „Versuchskaninchen in einem digitalen Experiment“ gemacht habe. Man müsse dringend umsteuern, damit wieder regulär unterrichtet und konzentriertes Arbeiten in Klassen wieder möglich werde. Wir müssen in einem gemeinsamen Akt der Besinnung wieder den Menschen als Lernende und Lehrende in den Mittelpunkt von Bildungseinrichtungen und -prozessen stellen anstatt uns auf Digitaltechnik zu fixieren. Wir brauchen einen Humanpakt Bildung statt weiterer Digitalpakte.

Prof. Dr. phil. Ralf Lankau ist Grafiker, Philologe und promovierter Kunstpädagoge. Seit 2002 lehrt er als Professor für für Mediengestaltung, Graphik Design, Print Layout, Screen- und Webdesign, Gestalten von interaktiven Abläufen an der HS Offenburg. Er publiziert zu Digitaltechnik und (Medien-)Pädagogik u.a. im Projekt „Die pädagogische Wende“ https://die-pädagogische-wende.de