Wer sich für das „Internet der Dinge“ mit seinen Millionen von Geräten begeistert, die allesamt Daten ins Netz senden und via Web gesteuert werden können, sollte auch die andere Seite der Medaille nennen. Für die Digitalisten aus dem Silicon Valley – und für Versicherungen, Internet-Dienstleister, eShop-Betreiber oder z.B. eLearning-Anbieter – sind auch Menschen nur Datenobjekte im Netz, die via Smartphone, Web und App kontrolliert und gesteuert werden können. (Aus: Lankau: Dot.Com-Phantasien vs. Pädagogik; erscheint 2017)
Demaskierung des Digitalen durch ihre Propheten
Computer und Computerstimme als Erzieher? Unter dem Titel „Ein Lehrer für mich allein“ publizierte die ZEIT einen Artikel von Fritz Breithaupt über die seines Erachtens unvermeidbaren „dramatischen Veränderungen des Lernens“ durch Computerprogramme und Sprachsysteme. Eine Digitaleuphorie als Dystopie, in: Die Zeit Nr. 5 vom 28. Januar 2016
Rückbesinnung auf den Dialog
„Zweifel an digitalen Heilsbringern“ lautete der Titel eines Beitrags von Wolfgang Schmitz in den VDI-Nachrichten vom 5. Februar 2016 zur Learntec und lässt auch Digital-Kritiker zu Wort kommen.
Autonomie gefordert!
Über ein schwieriges Prinzip der Demokratie. Von Harald Welzer in SWR 2 (Aula) am 24. Januar 2016. Beitrag über die Bedeutung der Privatsphäre für demokratische und humanistische Gesellschaften.
Dot.Com-Bildungsphantasien
Unter dem Titel „Lernen im Digitalen Wandel“ hat die Landesregierung NRW einen „Dialogprozess zu Bildung 4.0“ gestartet. Aber vollautomatisierte Lernfabriken, durch die das „Werkstück Mensch“ digital gesteuert von Lernstation zu Lernstation geschleust wird, bis es mehrfach geprüfte und validerte Kompetenzen aufweist, kann nicht Ziel von Bildungseinrichtungen sein, oder?
„Digitales“ Befreiungspathos als Instrument der Unfreiheit
Lehrkräfte sehen sich gegenwärtig einem energischen Willen zur Digitalisierung der Schulen und des Lernens gegenüber. Die notwendige Auseinandersetzung damit darf nicht unbesehen affirmativ, kann auch nicht lediglich indifferent, sie muss kritisch-prüfend und Rechenschaft einfordernd sein. Gastbeitrag von Dr. Burkard Chwalek, Bingen
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Die Entmündigung des Individuums durch die Vermessung der Welt, in: K.H. Dammer et.al.: Zur Aktualität Kritischer Theorie im erziehungswissenschaftlichen Diskurs, Springer VS, 2015, S.277-297
Erste Stimmen gegen Digitalzwang und Onlinekontrolle
Nach EU-Präsident Martin Schulz fordert jetzt auch der Bundesjustizminister Heiko Maas digitale Grundrechte ein. Zwar ist das sprachlich etwas missverständlich (was wäre das Äquivalent der analogen Grundrechte?), aber das Ziel ist richtig: Das Primat des Rechts vor der Herrschaft des technisch Machbaren.
Ralf lankau: Gestalten als Form des Erkennens
Der Prozess des Gestaltens – das Hervorbringen von Werken als Akt der Poiesis – ist eine Form des Erkennens im Tun. Neuerscheinung bei kopaed, München, Dezember 2014
Ein Blick in die Zukunft: Weiterbildung unter dem Joch der Digitalisten
Alle Versuche der Technisierung des Lernens sind gescheitert. Gleichwohl werden permanent neue Geschäftsmodelle für computergesteuertes, medienbasiertes Lernen ohne Lehrkräfte entwickelt. Vortrag in der dbb Akademie, Berlin, Dezember 2015
Dahrendorf reloaded: Bürgerrecht auf Bildung
Vor 50 Jahren forderte Ralf Dahrendorf das „Bürgerrecht auf Bildung“.Man sollte seine drei Forderungen heute um eine vierte ergänzen – und den Ur-Liberalen Dahrendorf gegen heutige Neo-Liberale verteidigen.
Mit Smartphone und WLAN lernt man besser. Ihre Telekom
Obwohl alle wissenschaftlich relevanten Studien belegen, dass der Einsatz digitaler Medien im Unterricht NICHT zu besserem Unterricht führt, fordert eine Telekom-Stiftungs-Studie mehr Digitaltechnik an Schulen und im Unterricht.
Digitalisierung als De-Humanisierung
Ein Appell gegen den Wahn der Digitalisierung im Bildungsbereich. Ein Appell für die Besinnung auf Schulen und Hochschulen als Orte der Humanitas, des Von- und Miteinanderlernens und des demokratischen Diskurses. Ein Appell gegen die Vermessung und automatisierte Steuerung des Menschen.
Massiv gescheitert …
… war ein Beitrag zur „Digitalen Universität“ in der ZEIT überschrieben. Nach drei Jahren Experimentieren mit MOOC (Massive Open Online Courses) könne nur das vollständige Scheitern dieser Form des Online-Studierens und der Vision der Online-Universitäten konstatiert werden, so die Praktiker und Experten. Nur in Gütersloh bläst man weiter in das falsche Horn.
Wer drängt Schulen ins Web? Lobby-Arbeit als Bildungsversprechen
Software erstellt den Lehrplan, Software stellt die Videos und Übungen zusammen und nimmt die Prüfungen ab, Software wählt Studiengänge und Bewerber für Arbeitsplätze aus… Brave new digital world des eLearning